4 Jahre Mamasein – eine Bilanz

Die liebende Mutter bringt ihrem Kind das Laufen bei. Sie ist gerade so weit von ihm entfernt, daß sie es nicht mehr halten kann. Sie streckt ihre Arme aus; ihr Gesicht wirkt ermutigend. Das Kind strebt ständig nach einer Zuflucht in Mamas Armen, ohne auch nur zu ahnen, daß es im gleichen Augenblick den Beweis erbringt, daß es auch ohne sie auskommt.

Søren Aabye Kierkegaard (1813 – 1855)

Ich glaube dieses Zitat beschreibt nahezu am besten meine -unsere- Beziehung zu dir mein geliebtes Muckelinchen.

Hätte ich gewusst was es heißt Mama zu sein bevor ich Mama wurde, so wäre ich es schon viel früher geworden. Ja, es ist oft anstrengend, ja, du und deine Schwester verlangen uns oft alles ab was wir haben, aber euch wachsen zu sehen, zu sehen wie ihr euch entwickelt, zu sehen wie ihr immer größer, mutiger und selbstständiger werdet, ich würde es nicht missen wollen.

Das Familienleben ist oft so ganz anders als ich es mir vorgestellt habe und auch wenn Mami und ich oft nicht einer Meinung sind und auch oft kämpfen müssen um uns nicht zu verlieren so seid ihre beide doch das beste was uns hätte passieren können!Bevor wir Euch hatten, hatten wir einen genauen Plan von unserem Familienleben, eurer Erziehung und dem Elternsein im generellen. Davon wie wir Haus und Garten managen wollen und werden und natürlich auch davon wie unser Erwachsenenleben weitergehen kann, soll und wird.

Ohne jemand angreifen zu wollen, aber so ist das eben als kinderlose: „you think you know but you have no idea!“

Hier bestimmen die Mädels den Alltag. Damals hieß es: „Das Baby schläft auf jeden Fall in seinem Bett!“ Denkste Puppe. Die Mädels wollen Familienbett und ganz ehrlich? Die Mamas finden das ja auch ganz toll.

‚Im Wohnzimmer wird hier weder getrunken noch und schon gar nicht, gegessen.‘ Schöne Idee, das war’s aber auch.

Oft sagen wir spaßeshalber dass wir ja jetzt schon bei Punkt 237, auf der Liste der Dinge die wir nie tun wollten, sind.

Auch wenn es anders klingt, gibt es selbstverständlich auch Regeln und Rituale denn ohne das würde es hier auch nicht funktionieren. Viele der Regeln haben aber recht weiche Grenzen und lassen sich auch mal verschieben.

Kurz gefasst würde ich es immer wieder so machen. Es ist oft anstrengend und oft bleibt viel liegen, manchmal fühlen wir uns wie schlechte Rabenmütter weil der Fernseher zu lange läuft oder das Essen zu ungesund ist. Aber ich denke Mami und ich haben das schon ganz gut hinbekommen und besonders du, meine kleine Große, bist mittlerweile ein ganz tolles, gar nicht mehr so kleines Mädchen. Du kannst dich toll ausdrücken und deine kognitiven Fähigkeiten sind erstaunlich. Manchmal erklärst du Mama die Welt und ich kann nur staunen. Du hast unwahrscheinlich viel Mitgefühl und einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Das finde ich toll und ich wünsche mir sehr, dass du dir das behältst.

Du bist auch viel mutiger geworden als du es noch vor einem halben Jahr warst. Du bewegst dich frei im und ums Haus herum, gehts selbstständig zu Oma und Opa einen Garten weiter und brauchst für vieles nur noch ein bisschen Unterstützung um über deinen Schatten zu springen und dich dann doch zu trauen. Große Schwester sein tut dir so gut. ❤

Ich bin wirklich gespannt was uns die nächsten 4 Jahre bringen. ♥️

3 Jahre 

Meine liebe Muckeline, 

3 Jahre bist du nun schon alt. Unglaublich wie die Zeit vergeht. Dieses Jahr hast du auch zum ersten Mal verstanden was geburtstaghaben eigentlich bedeutet und dich sehr auf deinen großen Tag und die Gäste gefreut. Geschenke waren nach wie vor eher zweitrangig wichtig. Gefreut hast du dich aber trotzdem. Über deine erste „Baby Anabell“ die schlafen, lachen und weinen kann, gerne gekuschelt wird und Milch trinkt. Über einen Arztkoffer weil Arzt spielen deine Leidenschaft ist, über eine Schubkarre und Gartenhandschuhe weil du Opa so gerne im Garten hilfst. 😉 über eine Kasse mit Spielgeld, und noch ein paar Kleinigkeiten von deinen Gästen. 

Im Moment bist du manchmal sehr anstrengend, aber es passiert ja auch immens viel. Du wirst trocken, vor kurzem gab es ein neues große-Mädchen-Bett in dem du jetzt schon manchmal schläfst, du hast die Nachtmilch abgeschafft und verzichtest immer öfter auf die Einschlafmilch und nicht zuletzt wirst du ja bald große Schwester. Du freust dich sehr auf das Baby aber merkst schon jetzt manchmal dass es bedeutet Rücksicht zu nehmen und zurück zu stecken wenn Mama wegen dem dicken, harten Bauch nicht mehr alles kann. Und besonders wenn ich dich nicht so viel und lange tragen kann wie du es kennst und oft noch willst und einforderst. 

Du hast einen sehr starken Willen und weichst auch nicht schnell von deinem Kurs ab. Hast du dir was in den Kopf gesetzt, willst du es auch durchsetzen. Zumindest hier zuhause in deinem Reich bei denen die dir nahe stehen. Das zeigt mir, neben der ganzen Anstrengung und dem Frust den das manchmal bringt, wie gut unsere Beziehung ist. Das du dich sicher und geborgen fühlst. Das entschädigt dann wenigstens etwas. 😉 

Du singst und redest teilweise ohne Unterlass und kaum ein anderer kommt zu Wort. Man kann sich aber schon toll mit dir unterhalten, du kannst erlebtes sehr gut wiedergegeben und viele Dinge sehr gut verstehen und umsetzen. Das macht sehr viel Spaß und ist oft eine Erleichterung im Alltag. Du hast auch schon viel Empathie, entschuldigst dich manchmal schon wenn du merkst wir sind traurig weil du zBsp gehauen oder geschrieen hast. Wir fordern dich dazu nicht auf, aber wir entschuldigen uns ja auch bei dir wenn wir dir unrecht getan haben. 

Bleib einfach so wie du bist, unsere kleine große Muckeline. Wir lieben dich sehr und sind sehr froh das du so ein tolles Mädchen bist und zu uns gehörst. ❤️