Mein Tag mit den Mädchen

Heute möchte ich euch ein bisschen davon erzählen wie wir unseren Tag gestalten wenn meine Frau arbeiten ist/geht.

An einem normalen Wochentag geht die Große vormittags in die Kita, irgendwann zwischen 14 und 15 Uhr holen die Kleine und ich sie ab. Das kommt ein bisschen drauf an wie der Tag bis dahin war.

Meistens wacht die Kleine zwischen 6 und 7 auf. Die Große gegen 7. Entweder sind das Babymädchen und ich schon angezogen und die Kinder kuscheln noch eine Runde im Bett, oder wir liegen sowieso noch drin und die Große kommt dazu. Gehen 8:15 oder 8:30 geht es los in die Kita. In der Regel bringt meine Frau sie während die kleine und ich frühstücken und dann etwas spielen und/oder aufräumen bevor sie ihr Vormittagsschläfchen macht.

Mittlerweile schläft sie oft 2x 30 Minuten am Vormittag und dann einmal etwas länger (60-90 Minuten) in der Mittagszeit. Gerne so ab halb eins, eins. Danach fahren wir dann zur Kita und wenn die große Schwester dann da ist gibt es so viel zu gucken, dass nachmittags nicht mehr wirklich geschlafen wird. Meistens möchte das große Kind erst was snacken wenn wir zuhause sind. Dabei darf sie oft eine halbe Stunde Fernsehen. Dann gucken wir was wir machen, spielen in ihrem Zimmer, basteln und malen oder Bücherlesen ist meistens das was sie am liebsten macht. Oder rausgehen wenn das Wetter gut ist. Bei Regen hat sie oft keine Lust. Seit einigen Wochen, ich würde sagen so seit Neujahr, hat Nr.2 damit begonnen um spätestens 19 Uhr schlafen zu wollen. Das heißt Abendessen gibt’s für die Mädels immer so gegen 17:30-17:45 und gegen 18:15 gehen wir dann nach oben. Dort wird sich umgezogen, gewaschen, etc. Oft liegt die Kleine dann in der Mitte wenn ich der Großen aus „der kleine Drache Kokosnuss“ vorlese, die letzten Male schlief sie da aber schon und lag in ihrem Bett. Dort schläft sie idR so 45-60 Minuten bevor sie unruhig wird und ich sie zu mir hole.

In der Zeit genießen die Muckeline und ich unser Einschlaftitual: Lesen, sie trinkt eine kleine Flasche lauwarme Milch, dann kuscheln wir und ich singe bis sie schläft.

Die Nächte sind für mich meistens etwas unbequem und unruhig wenn meine Frau im Nachtdienst ist und ich mit den Mädels im Familienbett schlafe, aber alles in allem bekommen wir alle ausreichend Schlaf. Gegen 22 Uhr und gegen 3 sind meistens nochmal hungerzeiten, aber da trinkt das Babymädchen im Halbschlaf und wird gar nicht richtig wach. Klappt so 98% der Zeit. Toi toi toi! Gegen 6:30 ist die Nacht dann meistens zu Ende. Unter der Woche stehe ich dann auch gleich auf, mache Nr. 2 und mich selbst fertig und helfe dann der Großen. Manchmal will sie mit ins Kinderzimmer kommen wenn ich die Kleine wasche und anziehe, manchmal bleibt sie auch im Bett.

Danach, irgendwann so zwischen halb 8 und 8 wird die Kleine nochmal gefüttert und dann gehen wir runter. Dort wasche ich die Flaschen ab, räume etwas auf, füttere die Katzen, trinke einen Kaffee, die Große trinkt was und isst eine Kleinigkeit. Dann Düsen wir los zur KiTa. Jetzt wo es noch mal so krass kalt ist (-10 Grad morgens um 8), kommt meine Mom rüber und bleibt kurz bei der kleinen. Ich freue mich schon wie blöd auf den Frühling und wärmere Temperaturen. Zwei kleine Kinder anzuplünnen bei der Kälte dauert so schon eine Ewigkeit.

Am Wochenende gehen wir den Tag etwas entspannter an, genauso auch wenn meine Frau da ist. Aber alles in allem muss ich sagen, wir haben uns wirklich gut eingespielt und es klappt (nahezu) stressfrei. Die Mädchen lieben sich abgöttisch und die Muckeline ist oft schon eine riesen Hilfe wenn die Kleine zBsp ungeduldig wird. Auch so fangen sie langsam an toll miteinander zu „spielen“ und zu interagieren. Ich freue mich schon wahnsinnig auf die kommenden Monate und zu sehen wie sich das weiterentwickelt. ❤️

Stillen

Unsere große Tochter wurde 5 Monate voll gestillt, mit 14 Monaten hat sie sich dann selbst abgestillt. Die ersten Monate waren für meine Frau auch oft nicht leicht, immer an das Kind gebunden, das Kind clustert, niemand kann einem die Arbeit abnehmen und so weiter. Aber sie wollte gerne 3 Monate stillen und als diese rum waren hatten die beiden sich so eingespielt, dass meine Frau das stillen genießen konnte und es gerne tat so lange die Muckeline es wollte.

Vor dem Hintergrund stand es für mich außer Frage nicht zu stillen. Muttermilch, insbesondere das Kolostrum, ist einfach das beste was man seinem Kind geben kann. Sicherlich sind die Ersatznahrungen heutzutage auch schon wirklich sehr gut, aber Muttermilch enthält einfach noch viel mehr Stoffe und alleine die Antikörper in ihr sind Gold wert. Aber erstens kommt es anders und 2. als man denkt.

Nach dem beschwerlichen Start ins Leben und dem unterbrochenen Bonding konnten wir dann in einem Nebenraum endlich das erste mal stillen. Leider suchte die Kleine nicht wirklich von selbst die BW sondern ich bot sie ihr an. Sie hat aber gleich angedockt und hatte vom ersten Moment einen festen, nahezu unangenehm starken Zug drauf. Auch wenn ich das gleich bemerkte dachte ich mir nichts dabei. Die erste Nacht war schön, es ging und gut, Baby schlief und stillte die ganze Nacht, war dabei ausgeglichen und zufrieden. Bereits am nächsten Tag waren die BW sehr wund und empfindlich. Ich cremte mit Lanolin und suchte Rat im Internet. Von den Schwestern sah niemand nach uns. Ich bekam Frühstück, Mittag und Abendessen, irgendwann schaute mal ein Arzt rein, der fragte aber nur ob alles okay wäre und war direkt wieder weg. Ich wartete den ganzen Tag auf jemanden der mit mir das Baby waschen wollte aber niemand kam. So wusch ich sie am Nachmittag allein. Meine Frau kaufte lansinoh salbe und Multi Mam Kompressen aber nichts half. Am nächsten Tag fragte ich nach Hilfe, niemand sah sich an wie ich stillte oder fragte ob das Baby gut trank. Es wurde mir kurz und knapp erklärt, dass Baby und ich Bauch an Bauch liegen müssen und dass starke Schmerzen am Anfang ganz normal sind. Komisch dass meine Frau das nie hatte. Ja, die ist ja ein dunkler Typ. Bei hellen Typen ist das schlimmer.

„Ein Glück sind die Norweger unter diesen Voraussetzungen noch nicht ausgestorben“ bemerkte meine Frau.

Wir wurden mit den Problemen allein gelassen.

wieder zuhause wurde es leider nicht besser. Die Nachsorgehebamme die samstags zu mir kam riet zu homöopathischer Wundsalbe für die Brustwarzen und schwarztee. Dann würde es bald besser werden. Erstmal wurde es schlimmer. Beide Brustwarzen waren offen und blutig. Montags morgens spuckte das Babymädchen eine große Ladung geronnenes Blut auf die Wickelkommode. Ich habe mich total erschrocken bis ich realisierte, dass es mein Blut war und nicht ihres.

Leider war auch meine Hebamme keine Hilfe. Ich versuchte mit meinen Hormonen, den Erinnerungen an die Geburt und den Schmerzen klar zu kommen. Ich weinte viel und schrie bei fast jedem anlegen. Ich traute mich schon kaum noch mich zu bewegen aus Angst die kleine wird wach und hat Hunger. Ruhe und Entspannung hatte ich nicht. Ich machte mir und allen anderen leider viel Stress, meine Brustwarzen wollten einfach nicht heilen. Ich googelte mir die Finger wund und versuchte alles. Ging ins stillcafé und hatte 3 Stillberaterinnen hier. Leider konnte mir keine helfen. Ich hatte dann auch noch Soor auf den Brustwarzen, Babymädchen im Mund. Mittlerweile denke ich, es war einfach alles zu verfahren und ich war so enttäuscht dass ich es nicht hinbekam, grade Stillen lag mir doch so am Herzen und war eine Erfahrung die ich unbedingt machen wollte. Aber nicht so.

Nach 8 Wochen, kurz bevor die Elternzeit meiner Frau endete, holte ich mir eine elektrische Milchpumpe. Es tat gut meiner Kleinen weiter MuMi zu geben aber ohne den Stress des Stillens, ohne die Schmerzen und Probleme. Mir ging es psychisch sehr schnell viel besser. Die ersten 14 Tage habe ich die Brust noch ab und zu angeboten, danach nicht mehr. Nach 10 Wochen ausschließlich abpumpen wurde die Milch deutlich weniger, das Abpumpen wurde immer nerviger und anstrengender und ich bin nach und nach auf Pre umgestiegen. Anfang Februar habe ich dann abgestillt. Die Brust wollte sie nicht mehr. Vielleicht hätte ich sie wieder an die Brust bringen und es nochmal versuchen können, aber ich wollte mir und uns nicht wieder so einen Stress machen. Mittlerweile denke ich oft, ich hätte länger am Ball bleiben müssen, es noch mehr versuchen müssen, es hätte klappen können, so viele andere halten Monate durch und stillen dann doch irgendwann schmerzfrei. Aber dann weiß ich auch, dass ich einfach nicht mehr konnte. Ich habe mein Kind abgelehnt weil ich solche Schmerzen hatte. Ich bin kein empfindlicher Mensch, aber das war einfach extrem. So schlimme Schmerzen hatte ich nie zuvor glaube ich.

Fazit: Geht nicht davon aus, dass Stillen einfach intuitiv funktioniert. Das tut es nicht. Informiert euch in der Schwangerschaft und stellt euch auf Probleme ein. Dann seid Ihr nicht so überrumpelt wie ich es war. Auf meine Traumschwangerschaft folgte eine Horrorgeburt und eine katastrophale Stillzeit die mich sehr viel Kraft gekostet hat und mich sehr traurig macht. Aber es ist wie es ist. 4,5 Monate lang hat sie MuMi bekommen und das hätte ich nach der ersten Woche nie gedacht. Und: ich würde es immer wieder versuchen.

Das ist das Stillen wert und vor allem die Babies.