Geburtsbericht

Am Montag den 18.09.2017 war mein eET, zu dem Zeitpunkt wünschte ich mir schon sehr es möge bald losgehen, schlafen war kaum noch drin, sitzen und liegen echt schmerzhaft und stehen sehr anstrengend. Hochschwanger sein war zwar toll weil ich meinen Bauch liebte und weil ich es toll fand, dass ich den Bauchkeks endlich, endlich immer ganz oft und deutlich spüren konnte. 😍

Dieses Foto machte ich morgens am 11.09., ssw 39+0

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Wehen hatte ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht. Um 9 Uhr war ich zur üblichen Kontrolle an 40+0 bei meiner Gyn. Auf dem Ctg war keine Wehentätigkeit zu sehen, die Herztöne waren aber super und auch meine Werte waren alle gut. Die Untersuchung ergab dann einen fast vollständig verstrichenen Gebärmutterhals und zumindest die Fingerkuppe war einlegbar. Das Gewebe laut meine Gyn weich und geburtsreif.

Im Anschluss an die Untersuchung gingen meine Frau und ich einkaufen und holten die Formulare fürs Kindergeld ab. Unterwegs bekam ich leichte Wehen. Während des Einkaufs musste ich sogar ab und zu stehenbleiben. Im Laufe des Nachmittags wurden sie erst wieder schwächer, gegen Abend hatte ich dann sogar die Wehenapp an. Irgendwann hörte es aber komplett auf und ich schlief in dieser Nacht sehr gut. Gegen halb 7 kroch die Große zu mir ins Bett. Sie wollte noch was vorgelesen haben bevor wir aufstehen mussten. Plötzlich waren die Wehen wieder da und sogar recht intensiv, musste leicht veratmen, aber es war gut aushaltbar. Mit Wehen Auto zu fahren (die Große musste zur Kita) war eine interessante Erfahrung. 😉 wieder zuhause hatte ich eine Zeichnungsblutung in der Slipeinlage und etwas vom Schleimpropf ging ab. Schnell machte ich dieses Foto:

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e es würde mein letztes sein. Die Wehen blieben den ganzen Tag da, waren aber nicht sehr intensiv und eher unregelmäßig. Gegen 17 Uhr ging ich in die Wanne und auch diesen Test bestanden die Wehen. Es waren also echte Geburtswehen. Meine Frau war sehr aufgeregt und wäre am liebsten gleich ins KH gefahren, ich war ganz ruhig und voller Vorfreude. Ich wollte so lange wie möglich zuhause bleiben. Abends auf dem Sofa wurden die Wehen endlich regelmäßiger und länger. Etwa 8 Minuten auseinander und eine Minute lang. Gegen 10 rief ich im Kreißsaal an und fragte um Rat, die Hebamme meinte wenn es mir gut geht solle ich ruhig noch zuhause bleiben. Gegen 11 gingen wir ins Bett. Kaum lag ich hatte ich drei aufeinanderfolgende starke Wehen und ging in den Vierfüsslerstand. Dann platzte meine Fruchtblase. Wir standen also wieder auf, auf der Toilette verlor ich einen großen Schwall Fruchtwasser und den Rest des Schleimpropfs.

Meine Schwester und ihr Freund kamen um bei der Großen zu bleiben. Die 40 Minuten Fahrt ins KH waren wirklich abartig, die Wehen kamen sehr schnell aufeinander und waren sehr schmerzhaft. Sobald ich ausgestiegen war, war es wieder besser. Im Krankenhaus angekommen wurde erstmal ctg geschrieben. Es zeigte gute regelmäßige Wehen.

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en aber noch etwas intensiver werden. Bei der Untersuchung durch die Hebamme war der MuMu fingerdurchlässig und der Gebärmutterhals verstrichen. Und leider fand sie leicht grünes Fruchtwasser. Zuhause war es unserer Meinung nach noch klar. Die Hebamme war aber noch ganz entspannt und meinte ich schaffe das schon. Ich war trotzdem enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir mehr erhofft. Und nicht sowas.

Nunja. Ich bekam keinen Zugang und auch keinen Ultraschall da ich ohne ärztliche Intervention nur mit den Hebammen, quasi wie im Geburtshaus, entbinden wollte. Ich ging jetzt erstmal in die Wanne, da konnte ich sogar etwas dösen. Um 6 Uhr war Schichtwechsel, mein MuMu war leider erst bei 3cm, die Wehen immer noch sehr gut auszuhalten. Die liebe Hebi von nachts verabschiedet sich und wünschte mir noch alles Gute. Die Hebamme die ich dann bekam war eigentlich auch sehr nett aber sehr jung und etwas überfordert und gestresst von meinem grünen Fruchtwasser. Da ich ja immer noch keine ärztliche Intervention wollte haben sie mir etwas homöopathisches um die Wehen anzukurbeln. Erst hatte ich den Eindruck es funktioniert, dann bekam ich leider Übelkeit und musste mich mehrfach übergeben. Ich konnte kein Wasser, keinen Tee und auch nichts zu essen bei mir behalten. Es ging mir eigentlich gut und ich hatte auch Appetit, aber es blieb nichts drin. Die Hebamme empfahl mir doch einen Zugang legen zu lassen damit ich Flüssigkeit und etwas Glukose bekommen konnte. Das erschien mir plausibel und ich willigte ein. Natürlich würde jetzt auch der Arzt kommen und mich untersuchen. Aber erst legte die Hebamme den Zugang. Ich sagte Links geht’s am besten, sie versuchte es rechts. Ohne Vorwarnung stach sie plötzlich in die Vene am Handgelenk. Das. Tat. So. Weh! Als ich aufschrie und fragte was sie da mache hat sie den Zugang gleich gezogen und doch Links gelegt. Mittlerweile trug ich das ctg dauerhaft, was so eigentlich nicht vorgesehen aber wegen dem grünen Fruchtwasser wohl nötig war, das und der Zugang schränktet meine Beweglichkeit leider erheblich ein. Als ich bis zum späten Vormittag immer noch nur bei 4-5 cm war, begannen sie mich zum Wehentropf in Kombination mit PDA zu drängen da die Wehen dann intensiver würden, ich mich dann gleichzeitig besser entspannen könnte und die Geburt endlich in Gang käme.

Ich wollte keine PDA, ich wollte aktiv und selbstbestimmt gebären, Geburt erleben! Erst habe ich mich strikt geweigert, dann habe ich aber dem Wehentropf irgendwann zugestimmt. Kurz darauf kam die Ärztin um mich zu untersuchen. Ihre Worte waren: „Hallo! Ich bin Frau Dr. W., ich werde Sie jetzt untersuchen aber ich sage ihren gleich ich bin nicht so zärtlich wie die Hebammen, das wird jetzt wehtun!“ Und dann rammte sie mir ihre Hand vaginal gefühlt bis zum Ellenbogen rein und untersuchte mich so grob, dass ich rückwärts das Kreißbett hochrutschte. Spätestens da kam es zum Geburtsstillstand.

Nun wurde also der Wehentropf hochgeregelt. Alle 15 Minuten 2mg mehr. In kürzester Zeit waren die Wehen überwältigend. Ich bekam einen Wehensturm, hatte keine Ruhepause mehr und schaffte es nicht mehr sie zu veratmen. Ich konnte nur noch schreien. Ich flehte jetzt doch um die PDA und das medizinische Personal hatte erreicht was es wollte. Ich musste eine gefühlte Ewigkeit auf die Ärztin warten, die Hebamme gab mir währenddessen eine Droge intravenös die mich beruhige und sofort alles vernebelte. Ich kann mich nicht erinnern darum gebeten zu haben oder gefragt worden zu sein. Als die Ärztin endlich kam spürte ich ihren Triumph. Sie brauchte drei versuche bis die Nadel saß, der Wehentropf wurde währenddessen nicht ausgemacht. Ich glaube ich habe der Hebamme fast die Hände gebrochen.

Was mir auch niemand gesagt hatte, war, dass man mit einer PDA keinen Urin mehr absetzen kann. Man muss die Blase entweder vorher entleeren oder manuell per Katheter. Warum sollte man eine Patientin auch über sowas aufklären?

Die Hebamme schickte sich also an mir einen Langzeitblasenkatheter zu legen. Alles war taub nur meine klitoris nicht. Sie sprühte ihr Desinfektionsmittel und säuberte den Bereich um meine harnröhre. Dabei rieb sie immer wieder über das empfindliche Organ. Das war so schmerzhaft, dass ich mich verweigerte und sie bat endlich eine Kollegin zu holen. Auch das war unglaublich geburtsfördernd und hat definitiv zum Wohlbefinden der Gebärenden beigetragen. Achtung Ironie.

Die Kollegin immerhin war erfahren. Sie kam, sah und siegte und hat innerhalb von Sekunden den Katheter gelegt. Ich war nun voll verkabelt und bewegungsunfähig. Ein Zustand der sich unerträglich anfühlte.

Die Wehen waren Links immer noch sehr schmerzhaft. Leider war die PDA zu weit rechts, also gab die Ärztin noch mehr Anästhetikum nach und ich musste mich auf die linke Seite drehen. Dort schlief ich umgehend ein.

Etwa eine Stunde später wurde ich wach, genau sagen kann ich das nicht, meine Erinnerung ist ab dem intravenösen Medikament sehr verschwommen. Jedenfalls war mir Speiübel und ich musste mich in hohem Bogen übergeben.

Als meine Frau und 2 Hebammen noch dabei waren mich zu säubern kam die Ärztin und wollte mich schnell nochmal untersuchen bevor sie zu einem Kaiserschnitt musste. „Oh! Der Kopf steht ja schon hier vorne! Sie können direkt pressen.“

Ich spürte nichts! Keine Schmerzen, keinen Druck, kein Verlangen zu pressen. Als ich mich in Position „wuchtete“, spürte ich zumindest einen Widerstand zwischen meinen Beinen, das war wohl ihr Köpfchen. Mein kleines Mädchen hatte sich ganz alleine durch den Geburtskanal gekämpft während ich schlief. Unsere Verbindung war komplett gekappt durch diese scheiss Drogen. Man wies mich an zu pressen wenn die wehe kommt. Welche Wehe? Ich spürte nichts. Die PDA war wohl noch zu stark. Ein Blick aufs ctg half und ich presste. Direkt ab der ersten Presswehe schmiss die Ärztin sich auf meinen Bauch. Sie dachte wohl sie kristellert, aber was sie wirklich tat war mir die Luft abzuschnüren und das pressen noch schwerer zu machen. Beim 2. mal motzte ich sie an ich könne mich gar nicht auf das pressen konzentrieren wenn sie auf mir liegt. Sie war dann doch recht überrascht und lies von mir ab. Stattdessen fragte sie die Hebamme ob sie einen Dammschnitt machen solle aber (zum Glück?!) war ich schon gerissen. Dann sagte sie, etwa nach dem dritten Mal pressen, sie würde jetzt die Saugglocke holen. Ich widersprach entsetzt doch sie meinte das Kind müsse jetzt entbunden werden. Herztöne und so. Zum Glück waren die Hebammen da, die daraufhinwiesen dass alles okay sei und dir Herztöne komplett normal. Ich presste trotzdem um mein Leben und entband mein Kind mit der nächsten wehe. Sie flutsche auch gleich komplett durch.

Am 20.09.2017 um 16:55 erblicke Greta Marleen dann also das Licht der Welt.

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zenta wurde auch direkt geholt. Leider wurde auch das bonding dann unterbrochen, die U1 wurde umgehend gemacht und ich wurde geflickt. Dann musste ich das Bett räumen und wir würden in einen anderen Raum gebracht. Es war alles hektisch und bestimmt kein schönes ankommen für die kleine Maus.

In dem anderen Raum waren wir dann endlich unter uns, Ruhe kehrte ein und wir konnten und kennenlernen. Das erste anlegen erfolgte auch dann und das nächste Dilemma begann.

Dazu aber vielleicht an anderer stelle mehr.

Ich bin froh, dass mein Baby gesund ist, auch ich habe die Geburt körperlich sehr gut überstanden und war noch am selben Abend wieder sicher auf den Beinen. Seelisch sah es lange nicht so gut aus und auch jetzt Kämpfe ich noch damit. Ich wollte so gerne selbstbestimmt und frei entbinden und man hat mich quasi entmündigt. Schlimmer hätte nur noch ein Kaiserschnitt sein können. Wobei die 15 minütige austreibungsphase an deren Ende mir plötzlich das nasse, nackte Bündel auf den Bauch gelegt wurde und ich eigentlich nicht wusste wo es plötzlich herkam, dem ganzen schon sehr nahe kam.

Danke fürs lesen, auch wenn es sehr lang ist. Ich hoffe es ist einigermaßen verständlich und ich habe nichts vergessen.

Lange nicht gelesen…

Hallo Ihr Lieben!

Gleich vorweg, das wird ein sehr langer Blogpost. 😂

Das Ende meiner Schwangerschaft verlief, wie auch schon der Rest, absolut unbeschwert und komplikationslos. Kleine Zipperlein hatte ich zwar, aber wäre ja komisch wenn nicht. Die Geburt war dann leider alles andere als schön und weit von selbstbestimmt, ich leide immer noch sehr darunter und werde wohl auch nochmal einen Geburtsbericht schreiben.

Geboren wurde unsere Kleine dann am 20.09.2017, 2 Tage nach ET, 52cm groß, 3680g schwer und mit einem Kopfumfang von 34cm. 8 Wochen lang habe ich mich mit dem Stillen gequält, meine Nippel wollten einfach nicht abheilen. Seit fast 10 Wochen pumpe ich die Muttermilch nun ab und sie bekommt die Flasche. Zurück an die Brust will sie auch gar nicht mehr. Da ich nun langsam abstillen möchte, weil ich einfach keinen Elan mehr zu pumpen habe, bekommt sie mittlerweile etwa 50:50 Muttermilch und Pre. Stück für Stück will ich die MuMi jetzt ausschleichen.

Heute ist die Kleine schon 4 Monate alt, wiegt stolze 7,3kg und ist ca 64cm groß. Ein kleiner Riese. Ganz das Gegenteil von ihrer großen Schwester, die war ja immer deutlich unter der 50iger Percentile, Babymädchen 2.0 liegt deutlich drüber. Sie ist ansonsten eigentlich sehr ausgeglichen, ein liebes und fröhliches Baby. Sie schläft meistens ganz gut und lässt sich relativ gut ablegen. Autofahren ist an manchen Tagen gar kein Problem, an anderen Tagen schreit sie sich die Seele aus dem Leib. Aber das kennen wir ja. Kann nur besser werden. 😜

Die Große ist eine tolle große Schwester, liebt ihre Kleine abgöttisch und ist auch wirklich sehr verständnisvoll für alles Veränderung die es hier so gegeben hat. Das einzige was uns Sorgen macht, ist dass sie seit der Geburt wieder einpillert. Eigentlich war sie seit dem Frühsommer (tagsüber) trocken und ist auch sehr verlässlich aufs Klo gegangen. Leider pillert sie teilweise mehrmals am Tag in die Hose, zuhause, in der Kita oder auch bei Freunden. Seit neustem geht auch oft das große Geschäft in die Hose. Meine Frau sagt es fehlt ihr an Aufmerksamkeit, das ist bestimmt auch so, aber ich kann ihr nicht mehr geben. Im Gegenteil. Ich bin dadurch mittlerweile so genervt und angekotzt, ja, angeekelt, dass ich oft sehr sauer werde und extrem abweisend reagiere. Ich weiß theoretisch, dass das falsch ist und nur noch mehr Druck erzeugt, aber ich kann es nicht abstellen. Heute haben wir ihr tatsächlich wieder ein Windelhöschen angezogen.

Ein großer Rückschritt, aber ich weiß mir keinen Rat mehr.

Test

Wow!

Nach unglaublichen 6 Monaten in denen WordPress mich nicht einen einzigen Blogartikel veröffentlichen ließ -es hat einfach immer den Upload abgebrochen- scheint es nun wieder zu klappen. Ich bin geflashed. Mal sehen ob ich noch ein oder zwei Beiträge in der Warteschleife habe die ich veröffentlichen kann, ansonsten wird es in den nächsten Tagen mal ein sehr ausführliches Update von mir geben. 😍