10-Monats-Update 

endlich ist es geschafft! Wir wohnen in unserem eigenen Haus! 😀 es hat auf den letzten Metern noch etliche Nerven und Tränen gekostet, und wir sind noch lange nicht fertig aber: Endlich kann wieder etwas mehr Ruhe und Regelmäßigkeit Einzug halten. Endlich können wir uns wieder ausgiebiger dem Familienleben widmend. Die Katzen werden es uns auch danken. Entgegen aller Erwartungen waren sie sogar in den ersten Stunden nach Umzug (ich hab sie am Umzugstag um 7 Uhr her gebracht damit sie in der alten Wohnung nicht im Chaos verloren gehen, hier hatten wir Ihnen schon ein Zimmer hergerichtet) schon sehr neugierig und ich hatte den Eindruck sie hatten sich schnell arrangiert. 

Seit Anfang des Monats gibt es hier nun auch endlich den ersten Zahn! Ganz wie aus dem Buche kam der 81 (rechter unterer Schneidezahn) zuerst. Es hat mehrere schlafarme (zum Glück nicht ganz schlaflose) Nächte und 3 Tage über 39 Fieber gebraucht, dann war er endlich da. Auch so entwickelt sich die Muckeline rasant. Innerhalb der letzten ca. 14 Tage, hat sie gelernt zu klatschen, zu winken, zu krabbeln und sie läuft immer sicherer an Dingen entlang und mit Begierde an der Hand, meistens an beiden, selten aber auch schon an einer. Das ist zur Zeit ihre liebste Art sich fortzubewegen, sie fordert es regelrecht ein. Krabbeln geht ihr einfach (noch) nicht schnell genug. Sie hat beim krabbeln teilweise noch etwas Koordinationsprobleme und wird dann schnell frustig, da ist eben einfachere sich irgendwo hochzuhangeln und zu versuchen so weiter zu kommen. Manchmal lässt sie auch mit beiden Händen los und steht dann eine Sekunde frei, bevor sie auf dem Po landet. Ich denke sie wird früh laufen lernen. 

Seit neuestem ist hier das Wort „Nein“ sehr beliebt. Die Muckeline sagt es zu jeder Gelegenheit. 🙂 manchmal klingt es tatsächlich wie „Nein“ manchmal eher wie „mein“ oder „Hein“ es kommt auch in unterschiedlichsten Situationen zum Einsatz. „Nein“ kennt sie aber und imitiert es manchmal wenn wir (ob zueinander oder zu ihr ist hierbei egal) Nein sagen. Das ist echt süß und witzig und schwer dann ernst zu bleiben. :’D „mein“ und „Hein“ kommt eher dann vor wenn sie etwas tolles sieht; derzeit Lampen aller Art egal ob an oder aus, Glühbirnen die aus der Decke hängen tun’s auch. Sie signalisiert damit und mit einer Handbewegung ähnlich dem winken, allerdings Handrücken nach unten, dass sie das jeweilige Ding toll findet und gerne näher ran möchte/ es anfassen möchte/ es haben möchte. Noch scheinen wir es richtig zu interpretieren was sie uns mitteilt, Frust darüber, dass wir sie nicht verstehen, gab es zum Glück noch nicht. 

Dafür wird gebockt. Besonders wenn Madame müde ist und man dann zu allem Übel auch noch was verbietet oder ihr etwas wegnimmt was sie nicht haben soll. Sie verzieht das Gesicht, biegt den Rücken durch und schmeißt sich schreiend und mit Schwung nach hinten. Bisher war sie dabei nur einmal auf dem Boden, sonst meistens auf dem Sofa oder auf dem Schoß, schmerzhafte Erfahrungen gibt es in dem Zusammenhang also noch nicht wirklich. Die Konsequenz daraus ist immer, dass wir mit ihr „schimpfen“, ihr sagen dass wir das Theater nicht mögen und wenn möglich wird sie abgelegt um sich zu beruhigen. Früh übt sich wer ne richtige Zicke werden will, gell? 😉 
Ansonsten ist Essen vom Familientisch der Renner, das zu essen was wir essen macht Spaß und klappt erstaunlich gut, Verschlucker kommen (klopf auf Holz) sehr selten vor. Überhaupt ist sie ein guter Esser geworden, lässt sich gerne füttern, geniesst es aber auch alleine essen zu dürfen. Mit der Kombination aus beidem fahren wir nach wie vor gut. Der absolute Renner ist nach wie vor Obst,  egal ob als Mus oder in seiner normalen Form. Sie trinkt mittlerweile auch ausreichend Wasser zu ihren Mahlzeiten, etwa 120ml über den Tag verteilt, empfinden wir auch als absolut ausreichend da sie immer noch viel gestillt wird. Tee und Saft gab es bisher noch nicht. 

Heute gab es die erste echte Schramme samt blauem Fleck, wir waren im Ankleidezimmer/Büro/Rumpelkammer und haben die Koffer ausgepackt, Muckeline turnte am leeren Trolli rum, spielte mit den Rollen und Reißverschlüssen und stand schließlich auf. Meine Frau sagt zu ihr „Wenn du gleich kopfüber in den Koffer fällst lache ich.“ Sie hatte den Satz kaum ausgesprochen, bzw. sich zu „oder auch nicht“ korrigiert, da passierte es und das Babymädchen war kopfüber in den Koffer gefallen. Schreck und Gejammer war groß, Tränen gab es aber nicht und sie hatte sich recht schnell wieder beruhigt. Ich musste tatsächlich sehr lachen, die Situation war einfach zu komisch und es schien ja auch nicht ernstlich weh getan zu haben. Die Blessuren haben wir erst später im Garten entdeckt. :’D 

Überhaupt bin ich sehr stolz auf uns, seit wir alle Hände voll zu tun haben können wir nicht mehr so gluckenhaft  auf sie aufpassen und lassen Sie einfach mal machen und ihre Erfahrungen sammeln. Das ist gut für sie und für uns. 🙂 

Zum Abschluss noch ein Bild vom radieschenessenden Muckelinchen, das erste Radieschen aus unserem Garten. Sie fand es toll. 🙂 

  

Honig 

wenn die Oma dem Säugling Honig gibt, weil sie es gut meint, weil sie vergessen hat, dass das gefährlich ist, weil sie nicht richtig zugehört hat. Wenn man sich schlecht fühlt weil es die eigene Mama war. Wenn man wie wild googelt, was die Anzeichen und die Folgen von Säuglingsbotulismus sind. Wenn die Frau weint weil sie Angst hat. Wenn Oma ganz schlecht aussieht, weil sie sich schlecht fühlt und auch Angst hat. 

Ist das schon Helikoptern? Übertreiben wir? Gehören wir jetzt zu diesen Müttern

Man macht sich Sorgen, das ist klar. Aber manchmal ist googeln auch wie Beipackzettellesen. Ich glaub man sollte es einfach lassen. Ich glaube fest daran, dass die Muckeline gesund und munter bleibt und steinalt wird. So! 

…ein bisschen genauer hingucken werde ich die nächsten Wochen aber trotzdem. 

Eine Begegnung der 3. Art

Am Mittwoch waren wir drei Weiber in der Stadt, dem Babymädchen ging es endlich besser nachdem 3 Tage mit hohem Fieber hinter uns lagen und wir hatten das ein und andere zu erledigen. Wie dem auch sei, um eine wohlverdiente Pause einzulegen setzten wir uns draußen in unser Lieblingskaffeehaus und Genossen das einigermaßen annehmbare Wetter. Während die Muckeline ihr Nachmittagsfläschchen trank, sich dann mit ihrem „Flap-Flap-Eli-Buch“ beschäftigte und neugierig die Passanten beobachtete haben wir uns unterhalten. Darüber, wie schnell die Zeit vergeht, darüber, dass man alles noch mehr hätte genießen und aufsaugen müssen und darüber, wie das alles wohl mit einem zweiten Wurm wäre. Wie auch immer, kurz darauf setzte sich ein Mann neben uns, las eine Zeitung und rauchte eine Zigarette. Ich hab ihn nur kurz von der Seite angesehen und nicht weiter auf ihn geachtet. Meine Frau saß ihm gegenüber und als er seinen Kaffee serviert bekam, machte sie plötzlich große Augen und warf mir vielsagende Blicke zu. Ich raffte nix. 

Ein paar Minuten später brachen wir auf zum Fotografen, Muckeline brauchte ja noch Passbilder für ihren Reisepass. Dort mussten wir kurz warten und meine Frau flüstert: „hast du den Typ gesehen?!? Das war der aus B.S.!“ Ich wusste sofort wen sie meinte und wer von Euch unseren Weg schon länger begleitet, wird wissen, dass wir einen Spenderwechsel hatten und es einige Treffen brauchte bis wir endlich den richtigen gefunden hatten. Dieser Typ in unserer Stadt, in unserem Lieblingscafé, neben uns (!) war also ein potentieller Spender mit dem wir uns vor etwa 2 Jahren mal getroffen hatten. Man war das komisch. Auf dem Rückweg musste ich ihn auch nochmal bestaunen. Ich bin sehr froh, dass wir uns aus vielerlei Gründen gegen ihn entschieden haben (total ungepflegt, hat meiner Frau beim kennenlernen nur ins Dekolleté gestarrt und war uns einfach nicht geheuer). Aber das war komisch kann ich euch sagen. 2 Jahre her, wir waren damals so verzweifelt, wussten nicht wie es weiter gehen sollte. 

Und heute? Muckeline ist knapp 9,5 Monate alt, hatte grade ihre erste echte Krankheit (Drei-Tage-Fieber von dem jetzt noch der fieseste aller fiesen Hautausschläge zurück geblieben ist) sie will unbedingt vorwärts  kommen, am liebsten laufend, zahnlos ist sie immer noch, die Nächte sind der Horror, gefühlt schlafen wir gar nicht mehr und in etwas mehr als 2 Wochen ziehen wir in unser Häuschen. Alles ist, wie wir es erträumt haben und besonders wenn ich zurückblicke, bin ich echt froh und dankbar. ❤ ❤