Mütter. 

Manchmal frage ich mich, sind wir so anders? Bin ich so anders? Liegt es daran, dass die Muckeline nicht mein leibliches Kind ist, ich „nur“ die „Co-Mutter“ bin?! Dann schaue ich mein Frau an und stelle fest die ist auch nicht so. Jedenfalls meistens. 

Nicht so wie sie; die anderen Mütter. Die aus sozialen Netzwerken, die die anscheinend jede naturgegebene Intuition verloren haben und abhängig von anderen Übermüttern sind, die ihnen virtuell den Kopf streicheln und ihnen gut zureden mit Tipps die mehr oder weniger nützlich scheinen. 

„Mein Kind ist 9 Monate, hat heute aus Versehen eine Milchschnitte gegessen, da ist ja Honig drin! Wird es nun sterben?“ 

„Ich habe mir eine GDiaper gekauft, die ist ja ganz anders als ich dachte, was legt man da rein und wie wäscht man die?!“ 

„Mein Kind hatte Stückchen vom Essen in der windel, ist das jetzt schädlich? Tat das weh beim rauskommen?“ 

„Oh nein, ich hab vergessen nach dem Spülgang noch mal Waschpulver zu den Windeln zu geben, sind meine Windeln jetzt kaputt?!“ 

Es. Macht. Mich. Wahnsinnig!!! 

Muss man als Mutter alles hinterfragen, es sich noch komplizierter machen alles es eh schon ist? Tausend waschfragen  zu Stoffwindeln stellen, obwohl man auch einfach sein Gehirn einschalten könnte? 

Habt ihr noch nie Stückchen gekackt? Ganz ehrlich, wo bleibt bei sowas der gesunde Menschenverstand? Ich bin manchmal selbst erstaunt davon, wie entspannt ich sein kann, und an dieser Stelle auch mal ein Lob an meine Frau, auch sie ist oft viel entspannter als ich dachte. Ich muss mich hier bekennen: Unser Kind ist 8 Monate und hat schon Salz gegessen. O.M.G.!!! 

Was sind wir nur für Raabeneltern? Milchhörnchen gab es auch schon, oh man und da war Zucker drin!!! *insert schocked Smiley here* und der Opa hat unsere Muckeline am Kaffeetisch an seinem Schokokeks lutschen lassen. Und was haben wir gemacht?! Ihr denkt euch „wow, da sind sie bestimmt voll ausgerastet, das wird der Opa nicht nochmal machen.“

Wir haben kurz drüber nachgedacht. -ehrlich. 

34 Wochen, 248 Tage, 5832 Stunden, 349920 Minuten, 20995200 Sekunden oder auch… 

…8 Monate. 

So lange teilen wir nun schon unser Leben mit unserer kleinen Muckeline. Ich kann mich nur wiederholen und immer wieder sagen wie unglaublich ich das finde. Die Zeit fliegt nur so an uns vorbei und wir merken es kaum. 

Muckeline kann nun wunderbar frei sitzen und sich relativ ausgiebig mit den um sie herum befindlichen Dingen beschäftigen. Sie schafft es allerdings nur selten sich von selbst aufzusetzen, weshalb sollte sie auch? Es ist doch immer jemand in ihrer Nähe der ihr helfen kann wenn sie nur die Ärmchen reckt. 

Oft ist sitzen auch viel zu langweilig, stehen ist da schon viel spannender. Aber stehen kann sie auch am besten an Mamis oder Mamas Händen. Sich selbst, bspw. am Sofa festhalten, ist noch nicht so ihr Ding. 

Zähne sind hier auch noch nicht in Sicht. Zahnungsbeschwerden halten sich aber (zum Glück) auch stark in Grenzen. Und wer brauch schon Zähne wenn man selbst Hähnchenfleisch auf der Felge kleinkauen kann?! Essen klappt sowieso immer besser, auch wenn wir entgegen unserer (meiner) Vorsätze doch eher Brei geben als BLW zu praktizieren, nichtsdestotrotz achten wir aber sehr darauf, dass sie viel selbst isst und auch viele verschiedene Dinge probiert. Man könnte es wohl als Brei mit einem Touch BLW bezeichnen. Wobei BLW ja eigentlich auch nichts anderes bedeutet als dass das Baby das Tempo bestimmt und das lassen wir definitiv zu. Bisher gibt es hier nur fest Mittag- und Abendessen sowie ab und an am Nachmittag (wenn wir auch mal kaffeetrinken) was zu knabbern. Ansonsten wird die Muckeline noch sehr viel gestillt. 

Unsere Madame erzählt sehr viel und ausgiebig, zu allen möglichen Tageszeiten. Manchmal nur mit sich, manchmal mit ihrem Spielzeug, aber am liebsten erzählt sie mit uns. Besonders wenn wir ihr Antworten. Sie kann stundenlang das „hm?!“ – Spiel spielen. Sie macht „hm“ in einer bestimmten Tonlage, mal leise, mal laut, mal hoch, mal tief. Ich antworte darauf „hm?!“ In der selben Tonlage und so weiter. Sie variiert manchmal von „hm“ zu „hm“ die Tonlage und Lautstärke, manchmal bleibt es gleich. Sie liebt es einfach. Auch „guck-guck“ und „buh“ Spiele  sind hoch im Kurs, dabei kann sie sich regelrecht schlapplachen. 

Der Nachtschlaf hat sich in den letzten Wochen leider sehr negativ verändert. Hatten wir doch mal ein durchschlafendes Langschläferbaby so haben wir nun eines, was kaum noch 1-2 Stunden in ihrem Bett schläft und selbst Familiengebettet eher unruhig schläft und nachts wieder Stillen möchte. Ich schiebe es zum Großteil auf das ganze Tohuwabohu was hier derzeit herrscht, sie kommt einfach schlechter zur Ruhe und ist daher aus sich heraus schon sehr unruhig, das zieht sich dann leider nicht nur über den Abend sondern auch durch die Nacht. Aber es kommen bestimmt auch wieder bessere Zeiten. 😉 

Seit nunmehr fast 2 Wochen haben wir nun auch die Schlüssel zu unserem Häuschen. Es ist jede Menge Arbeit, aber wir kommen sehr gut voran. Auch das bedeutet für die Muckeline Stress. Wir sind zur Zeit, dadurch, dass ich Urlaub habe, fast jeden Tag (den ganzen Tag) im Haus. Wir tragen die kleine Madame zwar viel und sie bekommt auch jeden Tag ihren ausgiebigen Spaziergang, aber ihre gewohnten Abläufe sind im Moment eben einfach nicht da und das wirkt sich aus. Sie bekommt ja mittlerweile auch viel mit und bestaunt mit großen Augen wie Tapeten abgerissen und Möbel zerkloppt werden. Die vielen, zum Teil fremden, Menschen die uns geholfen haben stressen natürlich auch. Ich kann es kaum erwarten, dass alles fertig ist und wir hier einziehen, die Muckeline wird ein tolles Zimmer haben und ich freue mich so sehr für sie, dass sie einen großen Garten zum Spielen hat. 🙂