Im Stilldilemma

So fühle ich mich leider öfter…
Ich habe immer gedacht, Stillen würde total mein Ding sein. Der natürlichste Weg mein Kind zu ernähren, Bonding, kuscheln…
Aber oft fühle ich mich leider eher gestresst. Am liebsten gehe ich raus (in die Stadt, einkaufen, zur Rückbildung, etc), wenn die Maus frisch gestillt ist. Nicht, weil ich nicht in der Öffentlichkeit Stillen mag, dass ist mir total schnuppe! Aber Mausi verfällt leider oft von einer Sekunde zur nächsten in Hysterie in der sie nur durch Stillen bzw. Nuckeln an der Brust zu beruhigen ist. Auch trinkt sie mit „Publikum“ leider nicht ruhig und ausgiebig und ich muss sie dann öfter anlegen.
Und gerade dieses Nuckeln, ja sogar Dauernuckeln, ist es was mich stresst! Ich fühle mich dabei wie ein lebendiger Schnuller und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mich das total nervt! Ich kann diesen Situationen auch nichts Schönes, Kuscheliges abgewinnen, auch wenn ich weiß, dass das Muckelinchen diese Nähe einfach braucht.
Ich liege da dann manchmal verzweifelt mit ihr an der Brust und mir rollen die Tränen, weil ich wünschte ich könnte sie auch anders beruhigen und wissen möchte was sie plötzlich so hysterisch werden lässt (besonders abends beim ins Bett gehen), weil ich ein schlechtes Gewissen habe weil ich übers Abstillen nachdenke und weil ich nach einem Tag mit Dauernuckeln tatsächlich manchmal Schmerzen habe (trotz eincremen). Ich weiß, ihre Zähne schießen in den Kiefer im Moment, das juckt/schmerzt und sie braucht das Nuckeln…

Und dann gibt es sie, diese Tage wo sie mich beim Stillen glücklich anlächelt, ihre kleine Hand ruhig (statt wild trommelnd, kratzend und kneifend) auf meiner Brust ruhend, in Ruhe trinkend. Wo sie tatsächlich „nur“ zur Nahrungsaufnahme an der Brust ist, ich keine Schmerzen habe und ihre Nähe unheimlich genieße!
Ich genieße ihre Nähe, keine Frage. Auch wenn es anstrengend ist, liebe ich es, wenn sie auf meinem Arm schläft, am liebsten sowieso und immer auf dem Arm ist, aber ich bin glaube ich einfach nicht zum „Schnullerersatz“ gemacht…
Ich wollte auch nie, dass die Maus an der Hand nuckelt (Zahnfehlstellung und so) aber da sie den Schnuller immer noch verweigert, freue ich mich, dass sie ihre Hände entdeckt hat und jetzt gerne mal darauf rumkaut/lutscht, etc und es schafft, sich so ein paar Minuten selbst zu beruhigen.

So, das musste ich einfach aufschreiben. Ich weiß einfach, dass ich nicht alleine mit solchen Gedanken bin, auch wenn alle (viele) Mamis nach außen oft so tun, als sei alles in Ordnung, als seien sie nie gestresst und das Leben mit Säugling ein einziger Zuckerschlecken. Das ist es, zumindest hier, nicht!